Ironman WM Hawaii 2016

Bericht von Christian Auer:

IRONMAN WM HAWAII 2016 – Ein Traum geht in Erfüllung!

Nachdem ich mit Gesamtrang 27 beim IM in Kärnten noch mit Glück einen Slot für die WM in Hawaii ergattern konnte, war es dann am 08.10.2016 soweit. Mit einer sehr guten Vorbereitung und vielen Trainingsstunden ging es nach Hawaii. Nun war ich in Hawaii und startete bei der IM WM.

Als ich mich im Startbereich des Schwimmens befand, dachte ich nochmals über die Vorbereitung nach und ich war dankbar, dass alles gut gelaufen ist und dass ich fit am Start stehe. Ich war nie verletzt, nie krank, die ganze Familie ist gesund hier in Kona, das Rad ist gut angekommen und ich hab´s zusammen bauen können. Ich habe bereits einen großen Teil geschafft und jetzt kommt noch die Belohnung für die harten Trainingsmonate. Eine Belohnung die es in sich hatte.

06:55 Uhr Agegroup Männer Schwimmstart:

Mit neuem Swimskin und einem sehr guten Gefühl für das Meerwasser ging es an die ca. 150m entfernte Startlinie des Schwimmens. Noch ein paar Minuten Wasser treten und dann geht’s los. Ein Kanonenschuss eröffnet das Rennen. Von Anfang an wird um jeden Zentimeter gekämpft, mir wird zweimal die Brille runter geschlagen, ich richte sie wieder und komme nach ca 3,8 km mit sehr guten 1:02:20 aus dem Wasser.

Rauf aufs Rad und los geht’s, es warten 180 harte Radkilometer. Am Morgen beim Transport zum Start war das erste Lied das ich gehört habe „Highway to Hell“ von AC/DC – und genau so kam es auf der Radstrecke. Richtung Hawi gab´s Gegenwind und es wurde bereits ganz schön warm am Highway. In Hawi beim Wendepunkt angekommen, war ich noch gut drauf und freute mich auf eine schnelle Rückfahrt mit Rückenwind. Leider drehte der Wind sehr bald und wir hatten auch bei der Rückfahrt wieder Gegenwind. Ich war im Rennen der Rennen angekommen, die Geschichten rund um den IM Hawaii wurden auch bei mir Realität. Der wichtigste Begleiter in dieser Phase war meine Puls-Uhr. Nachdem ich kein Wattmesssystem am Rad hatte, versuchte ich mich an meine Pulswerte zu halten, um beim Rad fahren nicht zu überziehen. Ich fahre nicht wirklich schnell, behalte die Nerven und lasse mich nicht aus meinem Konzept bringen. Nach 5:26:17 steige ich vom Rad und laufe in die Wechselzone. Eine kurze Pinkelpause in der Wechselzone (unglaublich wie heiß so ein Dixi-Klo werden kann, wenn es in Hawaii in der Sonne steht) und rein in die Laufschuhe.

42,2 Lauf-Kilometer stehen bevor. Die ersten Schritte fühlen sich noch etwas schwer an, aber mit jedem Schritt wird es besser. Die Uhr wird von Pulswerte auf Km/Schnitt umgestellt. Ich schaue auf die Uhr und sie zeigt einen Schnitt von 4:00/Km an. Es fühlt sich noch nicht so an, aber es geht wirklich gut. Ich versuche nicht zu schnell zu laufen und pendle meine Geschwindigkeit bei 4:15 – 4:25 ein. Bei Kilometer 15 dann ein Runner´s High, keine Schmerzen, die Uhr zeigt 3:45 am Kilometer, alles fühlt sich so frei, so leicht an. Mit dem Wissen, dass dieses Hochgefühl nicht ewig anhalten wird, drücke ich schnell auf die Bremse und laufe wieder meinen geplanten Speed. Dann lauf ich die Palani Road hoch und bekomme eine Menge Applaus und Zurufe, hier bin  ich einer von wenigen der den Anstieg zum Highway durchlaufen kann. Am Highway angekommen geht’s dann raus Richtung Energy Lap, 12km am Highway raus und dann wieder rein. Ich versuche bei jeder Labe zu trinken und mich zu kühlen. Beim Energy Lab angekommen geht’s wieder retour Richtung Kona. Jetzt wird’s nochmal hart, für Körper und Kopf. Du machst das ganz freiwillig rede ich mir ein und stelle mir die tollen Bilder beim Zieleinlauf vor. In Kona angekommen gibt’s wieder viel Applaus und Zurufe. „ You are going home“  bleibt in meinem Kopf hängen. Die Palani Road runter fühlt sich wieder gut an und ich bin zuhause. Den Marathon in 3:11:02 absolviert und den IM in 9:46:52 !

Gesamtrang 316, Altersklasse 72, 8. bester Österreicher und eine Medaille um den Hals, die viele möchten, aber nur wenige bekommen.

Eine Belohnung, die einen besonderen Platz bekommen wird !!

Aloha & Mahalo an alle die vor, während und nach dem Rennen in irgendeiner Form mich begleitet und unterstützt haben!

                     

 

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